ristorazione — Gragnano Trebbiense · Emilia-Romagna
In der Landschaft bei Piacenza, in Gragnano Trebbiense, bewahrt eine Cascina (traditioneller landwirtschaftlicher Gutshof) eine Küche, die vom Territorium erzählt – mit der Stimme der Salumi, der frischen Steinpilze und der handgemachten Pasta. Die Osteria Moffelona gehört zu jenen Orten, die man durch Zufall findet und mit Absicht wieder aufsucht.
Zur Moffelona kommt man, wie man zu jenen Orten kommt, die zählen: über Landstraßen, ohne Eile. Der Eingang empfängt mit der Schlichtheit einer familiären Führung, die dennoch nichts an Professionalität vermissen lässt: herzlicher Service, gemessenes Tempo, eine Atmosphäre, in der man sich erwartet fühlt, nicht nur bewirtet. Die Cascina ist der Ort, noch bevor sie Restaurant ist.
Der Gastraum ist das Ergebnis einer nicht selbstverständlichen Balance: rustikal im Grundgerüst, sorgfältig in den Details. Gut voneinander entfernte Tische, das richtige Licht, keine Zugeständnisse an postkartenhafte Folklore. Wer ein Arbeitsessen sucht, findet Zeiten, die sich mit einer Pause vereinbaren lassen; wer eine längere Rast sucht, findet dieselbe Qualität ohne Eile. Der Außenbereich verlängert die Szene in den milden Jahreszeiten.
Die Küche folgt dem Rhythmus der Jahreszeiten: Wenn die frischen Steinpilze kommen, kommen auch die Tortelli piacentini und die Tagliolini. Das Tartare wird mit Artischocken und Mentuccia (wilder Minze) begleitet, die Focaccia kommt noch warm aus dem Ofen. Rohstoffe aus dem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb, Rezepte der Tradition aus der Gegend um Piacenza, eine Dessertkarte, die neugierig macht, ohne sich in Szene zu setzen. Nichts Überflüssiges, nichts Fehlendes.
Im Mittelpunkt des Tellers stehen die Coppa piacentina und die Tortelli mit Steinpilzen: die Essenz einer Küche, die keine Adjektive braucht.