Alter Andachtsweg durch die kleinen Hochlandorte der Provinz Macerata, der ländliche Landschaften mit wenig bekanntem historischem Baubestand verbindet. Die Strecke beginnt in Pievebovigliana und führt nach Pieve Torina, vorbei an Orten, die von der Frömmigkeitstradition des Apennin geprägt sind.
Valfornace ist eine Gemeinde in der Provinz Macerata, die 2017 aus dem Zusammenschluss von Pievebovigliana und Fiordimonte entstand – zwei Ortschaften, die der zentrale Apennin über Jahrhunderte hinweg entlang der Durchgangswege nach Umbrien eng miteinander verbunden hat. Erst römische Poststation auf diesen Routen, dann Benediktinerpräsenz, dann Herrschaftsgebiet der Da Varano: Das Gebiet trägt Schichtungen in sich, die sich nicht aufdrängen, sondern sich in der Landschaft und in der einfachen Bausubstanz, in den Pfarrkirchen und in den städtischen Museen ablesen lassen, die Zeugnisse von der Vorgeschichte bis ins 20. Jahrhundert bewahren.
Von Pievebovigliana aus öffnet sich einer der Streckenverläufe der Via Lauretana di Macereto, ein Andachtsweg (Wallfahrtsweg mit religiöser Tradition), der durch das Hochland der Provinz Macerata in Richtung Pieve Torina führt und dabei kleinere, von der Frömmigkeitstradition des Apennin geprägte Ortschaften berührt. Der Name verweist auf die Marienverehrung von Loreto, die über Jahrhunderte Pilger durch das marchigianische Hinterland zum Santuario della Santa Casa di Nazareth in Loreto, in der Provinz Ancona, geführt hat. Dieser Bergabschnitt bildet den stillsten Teil davon: nicht die Hauptroute zwischen Macerata und der Küste, sondern der Zweig, der zu den Weiden hinaufführt, wo sich der Pilgerstrom verlangsamte und die Landschaft weiter wurde.
Das Gebiet von Valfornace liegt an der Nahtstelle zweier unterschiedlicher Landschaftsformen. Nach Osten fallen die Täler zur Ebene der Marken ab; nach Westen kündigen die mittelhohen Weideflächen die Erhebungen des Parco Nazionale dei Monti Sibillini an, von dem ein Teil zur Gemeinde gehört. Diese doppelte Ausrichtung ergibt eine Landschaft, die sich innerhalb weniger Kilometer verändert: bestellte Felder, Zerreichenwälder, Hochlandweiden, mit ländlichen Siedlungen, die den Maßstab der historischen Apennin-Bauweise bewahren.
Der Weg kreuzt sich mit dem Anello dei piccoli borghi, einem Netz von Routen, das die kleineren Ortschaften des Hinterlands von Macerata verbindet. Wer die Via Lauretana di Macereto zu Fuß zurücklegt, folgt einem Rhythmus, der eher von der Topografie als von touristischer Organisation vorgegeben wird: Die Höhenunterschiede sind die realen des Apennin, die Rastpunkte fallen mit den durchquerten Ortschaften zusammen, und die Pfarrkirche Santa Maria Assunta in Pievebovigliana – ein romanisches Bauwerk mit klassizistischem Innenraum und einer 1930 wiederentdeckten Krypta – ist einer der architektonischen Bezugspunkte entlang der Strecke. Kein isoliertes Monument, sondern ein Knotenpunkt in einem Netz kleinerer Sakralbauten, die den Weg mit der Regelmäßigkeit rhythmisieren, die historischen Pilgerwegen eigen ist.
Was dieses Gebiet dem bietet, der es langsam durchquert, ist vor allem das rechte Maß: überschaubare Entfernungen, zugängliche Höhenlagen, ein bauliches und landschaftliches Erbe, das keiner interpretatorischen Vermittlung bedarf, um wahrgenommen zu werden. Das Hinterland der Marken ist in dieser Höhenlage nicht aus Mangel an Substanz außerhalb der etablierten Routen geblieben, sondern durch ein Zusammenspiel aus geografischer Lage und geringer erzählerischer Infrastruktur. Die Via Lauretana di Macereto ist, unter anderem, ein Versuch, einer Strecke wieder Lesbarkeit zu verleihen, die schon existierte, bevor jemand daran dachte, sie aufzuwerten.
Paulacastelli · CC BY-SA 4.0 — Wikimedia Commons
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