Der Fluss Brembo bietet auf seinem Lauf durch das Val Brembana Stromschnellen-Abschnitte, die sich für Aktivitäten wie Rafting, Hydrospeed und River Tubing eignen. Ein natürlicher Rahmen aus schnellem Wasser, eingebettet zwischen den Bergamasker Voralpen, dem breiteren Publikum bisher wenig bekannt.
Der Brembo entspringt an den Hängen des Pizzo del Diavolo di Tenda in den Bergamasker Alpen (Alpi Orobie) und legt rund 75 Kilometer zurück, bevor er in der Ebene in die Adda mündet. Auf dem Abschnitt, der das Val Brembana durchquert, zwischen den Bergamasker Voralpen, bewahrt der Fluss noch eine enge, tief eingeschnittene Talsohlenmorphologie, in der die Strömung um Felssporne beschleunigt und Abfolgen von Stromschnellen bildet, die in diesen lombardischen Breiten kaum ihresgleichen finden. Torquato Tasso beschrieb in einem um 1570 verfassten Sonett bereits das «terra bergamasca, che il Serio bagna e il Brembo innonda» («bergamaskische Land, das der Serio tränkt und der Brembo überflutet»): Der Ruf des ungestümen Flusses ist somit alt, und seine hydrografische Geschichte ist von heftigen Hochwasserereignissen geprägt, das letzte davon die Flut von 1987.
In der Nähe von San Giovanni Bianco, einer Gemeinde mit rund 4.800 Einwohnern, die zu den wichtigsten Orten im mittleren Val Brembana zählt, schafft das Profil der Talsohle die günstigsten hydraulischen Bedingungen für Wildwasserfahrten. Die Morphologie des Flussbetts – mit eng aufeinanderfolgenden Gefällestufen, aus dem Wasser ragenden Felsblöcken und seitlichen Strömungen – erzeugt Abschnitte, die sich zwischen dem zweiten und dritten Grad der internationalen Schwierigkeitsskala einordnen lassen und damit auch für Einsteiger in Disziplinen wie Rafting, Hydrospeed oder River Tubing zugänglich sind. Es handelt sich nicht um einen für den Tourismus gezähmten Wasserlauf: Die zwischen den 1920er- und 1930er-Jahren errichteten Wasserkraftableitungen haben die Abflussmengen gegenüber früher zwar verringert, doch in Zeiten der Schneeschmelze und nach den Frühjahrsniederschlägen gewinnt der Brembo eine Kraft zurück, die man schon von der Uferböschung aus deutlich spürt.
Die Landschaft, die den Fluss auf diesem Abschnitt begleitet, gehört zu den Bergamasker Voralpen (Prealpi Orobie), mit bewaldeten Hängen aus Nadel- und Laubbäumen, und die Gipfel, die den Horizont nach Norden abschließen, erreichen Höhen von über 2.000 Metern. Die Vegetation reicht bis an die Ufer heran und lässt kaum offene Flächen, was dem Flusskorridor eine visuelle Geschlossenheit verleiht, die denjenigen, der sich im Wasser befindet, vom Rest des Tals abschottet. Jahrhundertelang haben entlang dieser Ufer Mühlen, Sägewerke und Schmieden gearbeitet, angetrieben von der Wasserkraft des Brembo; Leonardo da Vinci zeichnete seinen Lauf in einer auf das 16. Jahrhundert datierbaren Skizze nach. Diese Schichtung von Nutzungen – energetisch, industriell, im Abbau – ist heute nahezu unsichtbar, trägt aber dazu bei zu erklären, warum das Tal im Vergleich zu anderen, besser erreichbaren und stärker veränderten Voralpentälern relativ unversehrt geblieben ist.
Im Vergleich zu den etablierten Wildwasserrevieren der Alpen – dem Noce im Val di Sole, der Dora Baltea im Aostatal – bleibt der Brembo bei San Giovanni Bianco ein lokaler Bezugspunkt, der vor allem von Menschen aus dem Umkreis von Bergamo und der östlichen Po-Ebene aufgesucht wird. Diese relative Randständigkeit gegenüber den organisierten Touristenströmen gehört zu seinem Wesen: ein Fluss, der seinen Ruf auf Kraft gebaut hat, nicht auf Zugänglichkeit.
Alessandro Vecchi · CC BY-SA 4.0 — Wikimedia Commons
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